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Bericht zum Hüteseminar mit Serge van der Zweep

Mein letztes Seminar bei Serge war im Februar letzten Jahres. Da hatten wir an den Nuancen von "weiter raus" und der Lenkbarkeit über einen Parcour gefeilt.


Jetzt, ein Jahr später war das beherrschende Thema die Mitarbeit und das Mitdenken des Hundes.

Silent Lift und Fetch wurden geübt auf größere Distanzen....das eingespielte Video zeigt dann, wie wir gearbeitet haben:

Marley wird auf Outrun geschickt und wir sagen nix...wenn er zu eng kommt schicken wir ihn nur weg nach hinten...geben kein Kommando für Lift und auch auf dem Fetch kein Richtungskommando...nur wenn er zu schnell wird, drosseln wir etwas. Ansonsten muss er seine Balance und sein Pacing selbst finden...


Hier ein kleines Video:






















Bericht aus dem letzten Jahr:

20. und 21. Februar 2010 Hüteseminar mit Serge van der Zweep


Ormesheim. Man hatte es sich bereits auf der Fahrt zum Übungsgelände denken können: Auf den Wegweisern zum Seminar "Schafe hüten mit Border Collies" stand "Der mit dem Schaf tanzt". Ein Indiz dafür, dass es trotz Vermittlung von Lerninhalten für Mensch und Hund nicht ganz bierernst zugehen könnte, was sich bestätigte.


Zwei Tage lang trainierten zehn Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland auf einer großen Koppel unterhalb des Hunackerhofes. Mit dabei: Der amtierende Europameister Serge van derZweep. Veranstalter war die Arbeitsgemeinschaft Border Deutschland e. V. und die Ormesheimer Hundeschule Teamtraining Mensch-Hund. Es sei das fünfte Seminar, welches man in dieser Art hier zwei Tage lang veranstalte, verriet Andy Pink von der Hundeschule. Unter den Teilnehmern befand sich auch schon der ein oder andere Stammbesucher.


Schafe hüten kannte man in Deutschland bislang eher mit dem sogenannten Schafspudel, dem altdeutschen Hütehund. Dieser wurde vorwiegend in der Wanderschäferei eingesetzt und hatte die Aufgabe, bis zu 800 Schafe im Zaun zu halten.


Der Border Collie kommt aus Schottland und wird da meist als Koppel-Gebrauchshund eingesetzt. Er hat das punktuelle Arbeiten quasi im Blut und muss die Schafe meist von den Highlands holen. Serge van der Zweep, der amtierende Europameister 2009, spricht seither von einem regelrechten Trend. Hatte der Holländer vor rund 20 Jahren gerade einmal sieben Border-Interessenten, ist die Zahl derer, die nun seine Seminare besuchen, alleine in seinem Heimatland dreistellig. Man habe sich nun gar für die Weltmeisterschaft qualifiziert. "Ich praktiziere in unterschiedlichen Hundesprachen an den Tieren", verriet der große Mann, der auch Europameister am Brace ist. Darunter versteht man das Schafehüten mit zwei Hunden gleichzeitig. Vorurteile hätten sich gelegt. Man akzeptiere das Ganze, da es lediglich darum gehe, Tiere von A nach B oder umgekehrt zu bringen. "Lediglich" ist gut gesagt. So einfach ist das Ganze nicht. Distanzen von etlichen Hundert Metern gilt es nämlich zu überwinden. Da muss eine spezielle Pfeife her. Winken oder Schreien hilft nicht mehr. "Der Hütetrieb ist der umfunktionierte Jagdtrieb", beschreibt Andy Pink die Motivation der Tiere.


Eine Ausbildung zum Familienhund nütze genauso wenig, wie ein Aussehen, das Preisrichtern gefallen könnte. Wichtig: Der Hund darf nie ein Schaf verletzen. Von großer Bedeutung ist vielmehr, eine gute Kontrolle über die Hunde zu haben, damit diese wiederum die Schafe ohne Stress steuern können.


Beitrag SZ, vom: 24.02.2010, 00:11



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